Im Interesse der Profitmaximierung lassen multinationale Konzerne nichts aus. so auch der schweizer Konzern Glencore. Schlechte Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit, verseuchte Flüsse: In der Demokratischen Republik Kongo (DRK) werden Menschenrechte und der Umweltschutz missachtet und der Dollar oder Franken rollt.
Glencore sei für die exzessive Verschmutzung des Luilu-Flusses in der rohstoffreichen Provinz Katanga verantwortlich, kritisieren zwei schweizer Hilfsorganisationen. Laboruntersuchungen hätten ergeben, dass die Tochter KCC die Schwefelsäure, die sie für die Herstellung von Kupferkathoden verwendet, unbehandelt in den Fluss einleitet.
Der Konzern bestreitet dies, und gibt sogar an, sich aktiv für den Schutz und die Reinhaltung des Flusses einzusetzten. In der aktuellen Ausgabe der schweizer Fernsehsendung «Mise au Point» steht RTS-Reporter Marc Allgöwer vor dem Luilu-Fluss in der rohstoffreichen Provinz Katanga, in den die Glencore-Tochter KCC unbehandelte Schwefelsäure leitet, die sie für die Herstellung von Kupfer-Kathoden verwendet. Vor laufender Kamera lässt er eine Wasserprobe entnehmen, die später in einem Labor in Bern analysiert wurde.
Resultat: Extrem tiefer PH-Wert und drei- bis viermal höhere Metallkonzentrationen als erlaubt. «In diesem Fluss gibt es keine Fische mehr», sagt Alphonse Makula von einer lokalen NGO.
| unmenschliche Arbeitsbedingugnen | und ein toter Fluss |
«Der Schweizer Rohstoffkonzern kauft Kupfer von Zwischenhändlern, das unter sehr prekären Bedingungen und von Kindern abgebaut wurde», beklagen die Organisationen. «Zudem betreibt Glencore Steuervermeidung, missachtet Arbeitsrechte und verursacht massive Umweltschäden.»
Die Kritiker halten Glencore die Lage in der Kupfermine Tilwezembe vor, die über das Tochter-Unternehmen Kamoto Copper Company (KCC) zum Imperium der Schweizer gehöre. 1600 Kleinschürfer - ein Drittel von ihnen sei minderjährig - sollen dort auf eigene Faust Rohstoffe abbauen, in deren Besitz Glencore über Zwischenhändler komme. In Tilwezembe würden «Kleinschürfer mit nackten Händen und ohne Sicherheitsvorkehrungen in bis zu 80 Meter tiefe Schächte hinuntersteigen», erklären die Organisationen. «Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen und die desolate Hygienesituation verursacht zahlreiche Krankheiten.»
Schweigen herrscht jedoch, wenn dem Konzern vorgeworfen wird, dem armen Land auch noch Steuern vorzuenthalten. Der Konzern reagierte nicht auf Vorwürfe der Hilfsorganisationen, wonach durch Verlagerungen der Sitze von im Kongo tätigen Tochterfirmen ins Ausland dem afrikanischen Staat Steuern in Höhe von 196 Mio. Dollar entgangen seien.
| Glencore Website | schweizer Tagesanzeiger |
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