In Brasilien triumphieren die Agrarkonzerne wieder über die Umweltschüter und auch Präsidentin Dilma Rousseff. Das bisher als vorbildlich geltende Waldgesetz zum Schutz des Regenwaldes wurde nahezu gänzlich ausser Kraft gesetzt.
Es wird gesägt, aufs Teufel komm raus. Das bisher in der Praxies nur selten beachtete Waldgesetz wurde nun auch noch in wesentlichen Punkten aufgeweicht. Selbst die neue Präsidentin die einst mit dem Versprechen sich für die Erhaltung des Regenwaldes einzusetzten im Wahlkampf auftrat, konnte sich nicht durchsetzten. Damit steht einer verstärkten Rodung des Waldes kein Gesetz mehr im Wege und was bisher illegal gerodet wurde, braucht auch nicht aufgeforstet werden.
Nach Analysen von Satellitenbildern meldete das staatliche Institut für Weltraumforschung (INPE), dass in dem für Soja-Anbau bekannten Bundesstaat Mato Grosso allein im vorigen April 243 Quadratkilometer Wald abgeholzt worden seien und damit 537 Prozent mehr als im entsprechenden Monat des Vorjahres. Das war im Vergleich zum Vorjahreszeitraum etwa das Sechsfache.
| Das Waldgesetz Brasiliens geht auf das Jahr 1934 zurück und wurde 1965 zum letzten Mal grundlegend novelliert. Das Gesetz gilt als vorbildlich. Es schreibt Schutzgebiete für den Regenwald vor und weist landwirtschaftliche Betriebe und allzu expansionslustige Agrarmultis in die Schranken. So ist festgelegt, dass auf privatem Grundbesitz im Amazonas-Gebiet 80 Prozent der Fläche im Naturzustand belassen werden müssen. In Savannen liegt diese Quote bei 35 und in anderen Regionen bei 20 Prozent. (Quelle:orf.at) |
Rousseff bis zum Schluss, sich mit ihrer Umweltpolitik durchsetzen zu können. Schließlich hängt daran auch ihre Reputation im Ausland. Mit ihrer ehrgeizigen Klimaschutzpolitik wollte sie das Image Brasiliens international aufpolieren.
So zeigt sich auch an diesem Beispiel wieder, dass kurzfristige Gewinne wichtiger scheinen, als langfristige Ziele.