Amarok, der Musikplayer der unter Linux schon fast zum Standardplayer wurde, wird bald in Version 2 zur Verfügung stehen. Da das Interesse der Anwender derart gross war, haben die Entwickler nun für U(K)buntu ein eigenes Repository mit den jeweils neuesten Amarok Entwicklerversionen bereit gestellt. RPMs für Opensuse sind in Vorbereitung.
Unter dem Projektnamen Neon stellen die Entwickler des freien Musikabspielers jeweils Pakete von der aktuellen Amarok-Entwicklerversion zur Verfügung, die auch einen Eintrag im Startmenü des Desktops anlegen. Die Amarok-2-Version läuft noch instabil, lässt sich aber einfach installieren und bietet so auch Linux-Einsteigern die Möglichkeit, ein Auge auf den neuen Musik-Player zu werfen.
Unter Kubuntu ergänzt man zunächst mit Root-Rechten die Datei "/etc/apt/sources.list" um das Repository
aktualisiert über
die Paketliste und installiert Amarok 2 über
Je nach vorhandener Paketauswahl zieht der Aufruf noch einen Rattenschwanz an zusätzlich zu installierenden Paketen nach sich. Ratsam wäre es auch, die jeweiligen Sparchdateien für KDE 4 mit auszuwählen. Starten lässt sich die Software dann über die Konsole oder unter KDE Alt-F2 und "amarok-nightly".
Die Installation kann ohne Bedenken durchgeführt werden, da alle Programmteile in eigene Verzeichnissen landen und eine bestehende Amarok Installation davon nicht betroffen ist. Eine schnelle Internet Verbindung wäre jedoch wünschenswert, da auch bei bereits installiertem KDE 4 über 120 MB an Daten aus dem Internet installiert wird.
Es handelt sich derzeit bei Amarok 2 noch um reine Entwicklerversionen. Mit der Arbeit an der Version 2.0 läuft auch die Umstellung auf das Phonon-Multimedia-Framework. Durch die Verwendung von Phonon wird auch das Abspielen von Videos in Amarok eine Kleinigkeit. Jedoch soll Amarok kein Videoplayer werden, sondern diese Fähigkeit nur als Dreingabe zur Musikwiedergabe erhalten. Die größere Portierbarkeit von KDE 4 wird auch auf Amarok übertragen. Eine Version für Mac OS X soll bereits laufen, eine für Windows in Arbeit sein. Anwendungen, die dieses verwenden, müssen Funktionen, um Multimedia-Dateien abzuspielen, nicht mehr selbst umsetzen.
Ein weiterer Vorteil: Phonon arbeitet mit verschiedenen Backends und kann so beispielsweise auch unter Windows mit DirectShow und unter MacOS X mit QuickTime zusammenarbeiten. Außerdem wird KDEs neuer Desktop Plasma verwendet, auf dem letztlich verschiedene so genannte Plasmoids, also Widgets, dargestellt werden können.
Zu den weiteren Neuerungen der Applikation gehört ein verbessertes Playlisten-Handling. Bisher wird Amarok langsam, wenn Playlisten tausende von Songs umfassen. Die neue Version soll so große Playlisten überflüssig machen und die Song-Informationen besser darstellen. Darüber hinaus nutzt Amarok 2 ein neues System, um Podcasts zu abonnieren.
Hinweis: Viele der neuen Funktionen sind noch nicht vollständig implementiert. Alle testwilligen Anwender können allerdings schon jetzt Musikstücke in Amarok 2 wiedergeben. Von Fehlermeldungen bitten die Entwickler allerdings noch abzusehen.
Links zu Amarok:
Wikipedia Amarok Projektseite