Feindliche Übernahme: Weihnachtsmann übernimmt Christkind! Lappland – Was Insider seit Wochen mutmaßen, ist nun eingetreten. Das Topmanagement des Christkind erklärte gestern im Rahmen einer Pressekonferenz in Bethlehem geschlossen seinen Rücktritt.
Im seit Jahrhunderten schwelenden Kampf um die Vormachtstellung im Weihnachts-Business ist die Entscheidung offensichtlich gefallen. Der Weihnachtsmann übernimmt mit sofortiger Wirkung die Mehrheit am Christkind und die operative Führung. Das Christkind spricht von einer feindlichen Übernahme und will den Takeover vor den internationalen Wettbewerbsbehörden anfechten. Die Chancen werden jedoch allgemein als eher schlecht eingeschätzt, weil dem Weihnachtsmann Entscheidungen „irdischer Behörden brutal egal“ seien, wie es wörtlich in einer Aussendung heißt.
Im zuletzt immer offener geführten Kampf um die Vormachtstellung an den Weihnachtsfeiertagen sah es bis vor wenigen Wochen aus, als könnte das Christkind die Oberhand behalten. Experten sahen einen strategischen Vorteil darin, dass das Christkind in vielen Märkten bereits am Abend des 24. Dezember „kommt“, wie es in der Fachsprache heißt, der Weihnachtsmann hingegen überwiegend erst am Morgen des 25. Dezember. „Speed kills“, war unsere Devise, „und das hat gut funktioniert, weil wir in unserer PR mit den Geschenken gut neun Stunden früher als die Konkurrenz vor allem die junge Zielgruppe überzeugen konnten“, bestätigt das Christkind.
Es sei aber nicht gelungen, die Mehrheit am kapitalstärkeren Weihnachtsmann – hinter diesem stehen als Sponsoren Global Player wie Coca Cola – zu übernehmen. Nun sei man vor dem Hintergrund der Finanzkrise selbst anfällig für Übernahmen geworden. Bis zuletzt wurden auch dem Osterhasen und den heiligen drei Königen Interesse am Christkind nachgesagt, auch wenn dies seitens der Konzernleitungen stets dementiert wurde. Der Osterhase kündigte noch am Abend an, seinen verbleibenden Minderheitsanteil abstoßen zu wolle. Die Aktien des Christkind wurden darauf hin vom Handel an der Börse in Jerusalem bis auf weiteres ausgesetzt.
Besorgte Konsumenten des Weihnachtsfestes wurden vom Weihnachtsmann-Management in einer Aussendung beruhigt: „Wir werden eine Zwei-Marken-Strategie fahren und den 24. Dezember weiterhin über den erfolgreichen Christkind-Brand bespielen.“ Man wolle aber Synergien nutzen und die Märkte bereinigen, heißt es aus Lappland. Der Weihnachtmann werde sich noch stärker auf seine Kernmärkte und auf die Expansion in den asiatisch-pazifischen Raum konzentrieren. Das Christkind soll seine hervorragende Marktstellung in weiten Teilen Europas ausbauen und den Aufbau in EMEA vorantreiben. Das Christkind selbst hat sich nach Bekanntwerden der Übernahme aus dem operativen Management zurückgezogen und soll als Minderheitseigentümer den stellvertretenden Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen.