Nicht jeder verbringt Weihnachten unter einem glitzernden Baum. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit etwa 33 Millionen Kinder auf der Straße leben, als sogenannte Strassenkinder. Den Kindern fehlen jegliche Rückzugsmöglichkeiten. Oft können sie sich nur durch illegale Geschäfte am Leben erhalten. Häufig ist der Alltag geprägt von Armut, Gewalt, Drogen und Kriminalität.
Natürlich gibt es keine wirklich Verlässlichen Zahlen über die Anzahl der Straßenkinder.Das beruht auf zwei Ursachen, einerseits haben viele Straßenkinder keine Geburtsurkunde, andererseits liegt es auch an der Definition, die der Zählung zugrunde liegt.
Es gibt drei Gruppen von Straßenkindern:
Straßenkinder leben meist in kleinen altersgemischten und hierarchisch gegliederten Banden, die sich oft rivalisierende Machtkämpfe liefern. In vielen Ländern müssen Straßenkinder aber auch Gewalt "von außen" fürchten. In Brasilien zum Beispiel bezahlen Landbesitzer Todesschwadrone, um Straßenkinder von den Straßen verschwinden zu lassen.
Das Ferienparadies Brasilien ist nur eines der stark betroffenen Länder. Über sieben Millionen Strassenkinder, über drei Millionen arbeitende Kinder, über zwei Millionen Prostituierte unter 15 Jahren - das sind keine Sensationsberichte, sondern belegte Zahlen. Ein Drittel der Bevölkerung des Molochs São Paulo lebt in Hütten oder Einsturzgefährdeten Häusern, im mondernen Rio lebt etwa die Hälfte der "Cariocas" in über 400 Blechhütten. Die Väter kinderreicher Familien kapitulieren häufig vor den Pflichten, die sie als Ernährer haben, und lassen die Frauen oftmals alleine mit sechs oder mehr Kindern. Diese müssen dann zwangsläufig zum Familienunterhalt beitragen, falls sie sich nicht lieber auf der Strasse als Selbstversorger durchschlagen wollen.
Das Thema Straßenkinder wird jedoch auch in Europa immer mehr zum Problem, da die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die auf der Straße leben, dramatisch zunimmt. Es handelt sich ausschließlich nicht mehr um nur ein Problem der so genannten Dritten Welt.