Klimaschutz ist nicht nur lukrativ für viele Unternehmen die als neue Werbestrategie das Prädikat "Umweltfreundlich" verwenden, es wird für ärmere Länder auch ein finanzielles Problem. Wenn schon Energiespar Glühlampen mit dem Text "Rettet die Eisbären" auf der Verpackung verkauft werden, ist es nicht mehr weit und anstelle von "Freiheit und Demokratie" muss der Schutz des Klimas als Kriegsgrund herhalten.
Für wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz verlangten nun ärmere Staaten Finanzhilfen in Milliardenhöhe. Andernfalls wollten sie das für 2009 geplante Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll nicht mittragen, warnten Delegierte aus Entwicklungsländern auf der internationalen Klimakonferenz in Bangkok.
Zitat:"Wenn eine Einigung auf die praktische Umsetzung notwendiger Maßnahmen nicht Teil des Abkommens ist, gibt es für uns keinen Anreiz beizutreten", sagte Selwin Hart aus Barbados.
In Bangkok beraten seit Montag Delegierte aus 163 Ländern über die Leitlinien eines neuen globalen Klimaschutzabkommens. Die Gespräche knüpfen an die im Dezember auf Bali erzielte Grundsatzvereinbarung an, bis 2009 einen Nachfolgevertrag für das Kyoto-Protokoll zu schließen. Schon auf Bali waren die Forderungen der Entwicklungsländer nach Finanzhilfen ein Streitpunkt, der fast zum Scheitern der Gespräche geführt hätte. Schließlich wurde ein Hilfsfonds eingerichtet, dessen Einlagen nach UNO-Schätzungen jedoch bei weitem nicht ausreichen.
Die Umweltprobleme in 3.Welt Ländern sind jedoch häufig von reichen Ländern verursacht. Nicht selten werden ärmere Länder als Müllkippen missbraucht. Auch Produktionsbetriebe die sich oft im Besitz grosser Konzerne befinden, produzieren oftmals mit Standards die im Norden undenkbar wären. Eine Umrüstung auf neue Standards kostet Geld dass natürlich die Konzerne nicht aufbringen wollen und die Regierungen nicht aufbringen können.
Das Geschäaft mit unserem Klima:
Das Geschäft mit dem Klima boomt. Besonders beliebt sind so genannte Kompensations- zahlungen, mit denen Firmen und Privatpersonen ihre Klimasünden durch freiwillige Zahlungen ausgleichen können. Der Emissionshandel wird bald lukrativer als der Aktienhandel. Auch die Politik hat ein neues Betätigungsfeld auf dem sie sich eifrig darstellt. Außenminister diskutieren nicht mehr nur klassische Geopolitik, sie verhandeln über Emissionswerte und Pipelinetrassen. Wer gibt, wer nimmt und wer bestimmt die Regeln für das globale Geschäft mit frischer Luft und frischem Öl?
Kriegsgrund Klima:
Im März debattiert die EU über die Folgen des Klimawandels. Ihre sicherheitsstrategische Neuausrichtung verheisst nichts Gutes. Der globale Klimawandel und seine Auswirkungen werden von der Europäischen Union (EU) künftig als sicherheitspolitisches Risiko und als Bedrohung für Europa eingestuft. Eine entsprechende Ausweitung der bisherigen EU-Sicherheitsdoktrin beschliessen die Staats-und RegierungschefInnen der 27 Mitgliedsstaaten bei ihrem Brüsseler Gipfeltreffen gleich mit. «Die Risiken des Klimawandels sind real, seine Auswirkungen sind zu sehen, und er wird Europas natürliche Umwelt und fast alle Bereiche seiner Gesellschaft und Wirtschaft massiv beeinflussen», heisst es in der Beschlussvorlage. Der Klimawandel wirke als «Bedrohungsmultiplikator», weil er bereits bestehende Spannungen und Instabilitäten verstärke. In Zukunft wird man als Kriegsgrund auch angeben:
Besonders bedroht seien der afrikanische Kontinent, der Nahe Osten, Südasien, Zentralasien, Lateinamerika und die Arktis. Als mögliche Folgen beschreibt das Dokument grosse Flüchtlingsströme in die EU («Millionen im Jahr 2020»), lokale und regionale Unruhen, Rückgang des Wachstums («bis zu zwanzig Prozent des jährlichen Bruttosozialprodukts, wenn gegen den Klimawandel nichts getan wird») sowie Konflikte um künftig zugängliche Bodenschätze (etwa im Polarmeer).
Weitere Infos: Das Geschäft mit dem Klima: