Na da schau her, wer hätte das Gedacht. Die österr. Arbeiterkammer hat jetzt in einer Studie veröffentlich, Unternehmen in Österreich verdienen heutzutage an ihren Mitarbeitern um rund 25 % menr als noch vor einigen Jahren. Naja, für irgend etwas muss es ja gut sein, wenn man Jahrelang den Leuten erfolgreich "Wirtschaftskrise" vorspielt.
Im Schnitt fast 37.000 Euro jährlich erwirtschaftet jeder Arbeitnehmer für die Chefetage. Das ist auch einer stark steigenden Produktivität zu verdanken. Heute steckt in jeder Arbeitsstunde um 25 % mehr Leistung als noch vor sechs Jahren. Die Aufwendungen der Firmen für ihre Mitarbeiter stiegen im selben Zeitraum aber nur um elf Prozent. Der Gewinn daraus geht wiederum ausschließlich in die Chefetage. Die AK-Studie belegt, dass auch während der Wirtschaftskrise sogar überproportional hohe Gewinne ausgeschüttet wurden, während die Folgen der Krise auf die Mitarbeiter abgewälzt wurden.
Das ganze klingt schon fast zu ehrlich, für Österreich. Aber diese Studie die zwar auch im ORF erwähnt wurde, wird wohl kaum die breiten Massen an Dienstnehmern erreichen. Der Umfang der Studie ist zu gross, um auf Fakebook Seiten oder über IPhome verteilt zu werden und die Talkshows auf den Privatsendern haben wichtigere Themen wie "Dieter Bohlens Haarausfall echt ?"
Aber man kann auch umgekehrt Rechnen, was war oder ist, wenn es mal nicht so gut läuft. Im Jahr 2009 sank die Wertschöpfung pro Arbeitnehmer zwar um 2,4 Prozent, der Personalaufwand im gleichen Zeitraum aber um beinahe vier Prozent. Der Überschuss pro Beschäftigtem blieb damit auch in der Krise beinahe unverändert, von 37.133 Euro im Jahr 2007 auf die bereits genannten 36.943 Euro im Jahr 2009.
Klares Ergebnis, wenn es der Wirtschaft gut geht, verdienen Unternehmen in Österreich blendend an der Arbeitsleistung ihrer Mitarbeiter, wenn es mal nicht so gut läuft, verdienen sie genau so gut an der Arbeitskraft, aber es bleibt weniger für "die da unten".
Die Echtheit solcher Studien lässt sich leicht überprüfen und scheint auch nicht angezweifelt zu werden. Konsequenzen sind aber daraus wohlkaum zu erwarten. Die Politik hat anscheinend längst kapituiliert.