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Nichts gelernt

unruhen.png Fast zwei Wochen Bürgerkriegsähnliche Zustände in London, aber gelernt hat die englische Regierung daraus nichts. Wenn untere soziale Schichten, Menschen die nie gehört werden, die nie gelernt haben, sich auf politischer Ebene zu äussern in ihrer Sprache reden, nennt man sie eben Plünderer und Randalierer. Damit rechtfertigt die Regierung unter Cameron ihre nicht gerade rühmliche Handlunsweise.

Wer einen Angehörigen hat, der zu den aufständischen gerechnet wird, der fliegt aus der Sozialwohnung. Das ist nur einer der Schritte, mit denen die englische Regierung gegen die Unruhen vorgeht. In einem Land, in dem angeblich Demokratische Grundrechte gelten, wird auchjemand für einen Facebook Beitrag der angeblich zu den Unruhen motivierte zu vier (4) Jahren Haft verurteilt. Mancher Vergewaltiger kommt da billiger davon.

 

Jahrelang wurden im Mutterland des Kapitalismus die Gewerkschaften mundtot gemacht, Sozialarbeiter gerade mal geduldet und ein systematischer Überwachungsstaat mit Kameras an Strassenkreuzungen, aufgebaut. In keinem anderen europäischen Land klafften die Schichten derart deutlich auseinander. Begonnen mit der Politik Teacher, nur unterbrochen durch die fragwürdige Kriegspolitik eines neo liberalen Tony Blair, bis zu Camerron wurde der private Gewinn einiger über das soziale Wohlergehen grosser Bevölkerungsteile gestellt. England kann nun aber auch als trauriges Beispiel dafür genommen werden, dass systematische Überwachung der Bürger kein einziges Gewaltverbrechen verhindern kann, sondern lediglich die Presse und Fernsehen mit Live Bildern versorgt.

Selbst der englischen Polizei erschien Camerons vorgehen nicht sinnvoll. Gewalt nur mit Gewalt zu erwiedern kann eben auf lange Sicht nicht für Frieden sorgen. Aber Cameron vertraut lieber einem berüchtigten US Cowboy und lässt Stellen bei der örtlichen Polizei einsparen. Englische Polizisten die oft in der selben Gegend in der sie ihren Dienst versehen auch wohnen, die womöglich die Ursachen und Hintergründe hinterfragen, sind anscheinend ungeeignet.

Aber es kommt immer noch mehr. Nach US Vorbild soll nun auch die "Bestrafung" der Aufständischen erfolgen. Die englische Regierung möchte gerne, dass die Gefangenen in orangen Anzügen die Strassen aufräumen. Und damit das auch recht wirkungsvoll ist, dürfen die ehemaligen Besitzer der zerstörten Geschäfte, Häuser oder Wohnungen dabei zusehen.
In Brixton muss ein 23-Jähriger für ein halbes Jahr in Haft, weil er während der Unruhen Mineralwasserflaschen im Wert von 3,50 Pfund gestohlen hatte (Quelle orf.at).

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Wie konnte es überhaupt zu solchen Ausschreitungen kommen. Auslöser der Gewalt war der Tod eines 29-jährigen Mannes, der unter bisher nicht vollständig geklärten Umständen von einem Polizisten erschossen wurde. Was dann als friedliche Demonstration von Freunden und Familienangehörigen des getöteten vierfachen Vaters Mark Duggan im Londoner Stadtteil Tottenham begann, weitete sich zu Gewaltaktionen auch in den Städten Liverpool, Birmingham und Bristol aus. Inwieweit nun kriminelle Organisationen im Hintergrund die Fäden zogen um aus den Plünderungen Profit zu ziehen wird im Nachhinein schwer zu klären sein. Tatsache bleibt, dass nahezu alle sogenannten Gewalttäter aus Schichten kamen, in denen man wenig bis gar nichts mehr zu verlieren hat.

Nun kehrt zumindest nach Aussen hin wieder Ruhe in Londos ein. Was die einen als Aufstand der Unterschichten bezeichnen, sehen die Anderen als kriminelle Revolte. Aber im Hintergrund brodelt es. Was nun beginnt in ein unvergleichlicher Rachefeldzug der Geschädigten, die mittels Bildern aus den Überwachungskameras, sogenannten sozialen Online Netzen wie Twitter, Google und Facebook und Gesichtserkennungssoftware zur Jagd aufrufen. Die sogenannante Google "London Riots Facial Recognition" ist eine dieser Rächertruppen. Zugang allerdings nur auf Einladung !.

 

In Großbritannien ist es ja schon seit Jahren üblich, dass Name, Geburtsdatum und Adressen von verurteilten Verbrechern veröffentlichte werden. Neu ist allerdings, dass diese Daten auf Twitter veröffentlicht werden, wie thenextweb berichtet. Doch genau das macht die Greater Manchester Police. Es beginnt nun Hetzjagd 2.0.

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die ersten kriminellen Hacker genau diese Seiten angreifen und mit "falschen" Daten versehen. Aber das erkläre dann deinem Nachbarn. In einem Land das durch soziale Kälte zu Unruhen geführt wurde, wird nun mit Digitalen Netzwerken ein Klima geschaffen, in dem jeder gegen jeden kämpft.

 

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Kommentare

  • Schickes Smartphone

    Klaus E. 18.05.2012 21:44
    Textil, Elektronic, egal. Hautpsache billig. Und die Politiker der EU sehen dabei zu, den so halten sie ...

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  • Schickes Smartphone

    Meister 17.05.2012 08:20
    Erstaunlich, daß wir in Europa nicht in der Lage sind, solche Geräte selber zu produzieren. Bei Autos ...

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  • URA auch für Onlinespeicher

    Meister 17.05.2012 08:12
    schön langsam wird der Computer zum Geldeinwurfauto maten.

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  • Schickes Smartphone

    Georg 16.05.2012 22:34
    Das gilt aber dann für alle Elektronikgerät e, ob aus China oder Indien.

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  • URA auch für Onlinespeicher

    Claudia S. 11.05.2012 10:05
    Es ist eben die Aufgabe einer Kulturministeri n, Geld für die Finanzierung von Musikantenstadl und ...

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- Und ein Impressum gibts auch !