Man wirft den Waldviertlern gerne vor, sie wären Hinterwäldler, naja, als gerade weltoffen zeigen sich die Bürger der Gemeinde Gföhl im Bezirk Krems nicht, wenn es darum geht, einen Buddistischen Tempel (der kaum die Grösse eines Denkmals übersteigt)in ihrer Gemeinde zu akzeptieren.
Es wären ganze 25m verbaute Fläche gewesen, ab als gelte es den Teufel auszutreiben, organisierten sich Gegener aus diversen rechter-katholisch-fundamentalen Lagern und scheuten auch nicht vor Rundschreiben zurück, in denen sie ihr "ausserordentliches Wissen" über buddistische Lehren darstellten.
Mit 67 Prozent stimmten etwa zwei Drittel der Wähler der Gemeinde Gföhl im Bezirk Krems gegen das Projekt einer Wiener Stiftung, aber immerhin,33 Prozent sprachen sich dafür aus. Dass sich die Gföhler schlussendlich gegen den Stupa entschieden haben, liege an einer Hetzkampagne politischer Gegner, sagt Bop Jon Sunim, buddhistischer Mönch und Mitinitiator des geplanten Baus.
| ganze 25m Durchmesser |
Bis eine Woche vor der Befragung waren die Rückmeldungen aus der Bevölkerung fast ausschließlich positiv. Das Ergebnis der Abstimmung war sicher auch eine Konsequenz dieser Aussendungen.
Einer der Vorwürfe lautete, der Dalai Lama wolle einen "diktatorischen Gottesstaat" einsetzen und mit einem "blutigen Religionskrieg gegen Andersdenkende" die Welteroberung anstreben.
Fast scheint das Weltbild der meisten Gföhlner Bürger etwas paranoid. Aber Ortschef Simlinger, der zuerst für das Vorhaben eingetreten war, teilte im Hinblick auf die Wahlbeteiligung mit, er "begrüße die demokratische Reife der Bürgerinnen". Die Entscheidung des Volkes sei zur Kenntnis zu nehmen, denn die "Menschen haben immer Recht".
Die Gemeinde und das Waldviertel bräuchten einen "Stupa so notwendig wie Rom einen Kebabstand auf dem Petersplatz", wurde Gottfried Waldhäusl, FPÖ-Klubobmann im niederösterreichischen Landtag, in einer Aussendung zitiert. Na bei solchen hochgreifenden und sachlichen Argumenten kann man nur überzeugend auf die Bürger wirken. Als Stupa - ein Friedens-und Kraftdenkmal lies der Gemeinderat vorerst das Bauvorhaben sogar auf der eigenen Homepage bewerben. Aber das Gesunde Volksempfinden hat natürlich mehr Kraft und bewirkt auch schnell das "Umdenken der Poltiker" und stellt damit auch in Zukunft sicher, das auch weiterhin Goldhauben, Blasmusik, Karl May Festspiele und Bierzelt ohne Alternative bleiben.