Zuerst war es eine tägliche Schlagzeile wert, jetzt scheint es keinen mehr zu kümmern. Was ist eigentlich im Tschad los ? Österreichische Soldaten im Kriegsgebiet ? Kurz nach der Landung der Ersten österr. Soldaten im Tschad, gerieten diese auch schon fast zwischen die Fronten der verfeindeten Kriegsparteien.
"Das Österreichische Bundesheer beteiligt sich an der humanitären Mission der EU im Tschad, um den Hundertausenden Flüchtlingen zu helfen, die aus der westsudanesischen Krisenregion Darfur vertrieben wurden." So sieht es das österr. Verteidigungsministerium, zumindest auf seinen Webseiten.
(Bild: Flüchtlingslager) Die Rebellion im Tschad droht sich jedoch auch zu einem offenen Krieg mit dem Nachbarland Sudan auszuweiten. In den Konflikt könnte auch die EU-Friedenstruppe für Darfur verwickelt werden. Auch unterstüzt die Französische Regierung weiterhin den Präsidenten des Tschad mit Munition und Geheimdienstinformationen. Nur deshalb konnte die letzte Offensive der Rebellen abgewehrt werden. Mehr als 400.000 Flüchtlinge sind ohne jede Hilfe und werden möglicherweise in Rückzugsgefechte zwischen der tschadischen Armee und den Rebellen verwickelt.
Beigelegt ist der Konflikt Sudan-Tschad jedenfalls längst nicht. Vielmehr könnte er sich zu einem offenen Krieg zwischen dem Tschad und dem Sudan auswachsen. Beide Länder werfen sich - vermutlich zu Recht - vor, wechselseitig Rebellen der Gegenseite zu unterstützen. Im Januar 2008 noch bombardierte die tschadische Luftwaffe Stellungen von Khartum-treuen Milizen in Darfur.
Darfur war schon immer ein Aufmarschgebiet für unzählige Rebellionen im Tschad. Von dort aus gelangte auch der jetzige Diktator Idriss Déby 1990 an die Macht. Umgekehrt haben viele Darfur-Rebellen ihre Wurzeln im Tschad und in dessen Armee. Die Anwesenheit der Eufor würde das Machtgleichgewicht im Grenzgebiet zwischen dem Tschad und Sudan empfindlich stören. Vor allem für den Sudan stellt die Eufor-Truppe ein Ärgernis dar. Sie würde durch ihre Präsenz im Osttschad die Rückzugsgebiete der Darfur-Rebellen absichern, die der Sudan auch im Tschad unentwegt angreifen lässt.
Die Frage stellt sich immer wieder, wie eine Militärische Truppe wie die Eufor-Truppe, deren Einheiten grossteils von Frankreich gestellt werden, als neutrale Kraft Flüchtlinge beschützen soll, wenn niemanden klar ist, wer hier eigentlich warum-vor wem, wohin flüchtet. Rebellionen zeichnen sich auch dadurch aus, dass Soldaten gleich aussehen und nicht immer zwingend eine deutlich erkennbare Uniform tragen. Was eignet sich wohl mehr, als ein durch Truppen geschützes Flüchtlingslager, um sich vorübergehend zu verstecken.
Weitere Beiträge über den Tschad.
Video: Tschad
br>