Zuerst kam das schreckliche Erdbeben, dann die Eroberer als Hilfskräfte getarnt. So sehen viele Beobachter und Bewohner von Haiti die Lage. Haiti, ein Land in den neben Zahlreichen Menschen oder Gebäuden, auch weite Teile der vorher zumindest grundlegend funktioniernenden Infrastruktur und Kommunikation zertört wurden.
Die Lage in Haiti ist schlimm. Schätzungen zufolge kamen 75.000 Menschen ums Leben, 250.000 wurden verletzt. Etwa 1,5 Millionen Menschen sind obdachlos.
Haiti war die erste unabhängige Republik von Schwarzen und Mulatten. Von 1915 bis 1934 war das Land bereits einmal von den Vereinigten Staaten besetzt. Nicht wenige sehen nun eine Wiederholung der Geschichte.
Nun scheint sich die Geschichte zu wiederholen. Die USA entsendeten 10.00 Soldaten, es sollen noch mehr kommen. Inzwischen hat die Regierung Haitis auch die Kontrolle über den wichtigen Flughafen an das US Militär abgegeben, damit steht Haiti praktisch unter US Kontrolle. Die Auswirkungen sind dass Flüge mit Hilfsgütern abgewiesen werden, andere Hilfsgüter die bereits in den Lagerhallen lagern, kommen nicht zur Verteilung. Der Flughafen wird zuerst nur für US Interessen benutzt. Flüge mit medizinischer Ausrüstung und Nahrungsmitteln aus Argentinien, Mexiko und Peru wurden nach Angaben von Vertretern der USA und der UNO in die Dominikanische Republik und auf benachbarte Inseln umgeleitet.
Die Lage Haitis macht das Land zu einem "unsinkbaren Flugzeugträger". Seine Nähe zu Cuba oder Staaten wie Venezuela sind für die USA von strategischer Bedeutung. Schon immer verfolgte der Inselstaat Haiti eine sehr freundschaftliche Beziehung, zu diesen Staaten, die den USA ein Dorn im Auge sind. Damit soll wohl jetzt Schluss sein.
| Geografische Lage Haitis | Erdebenopfer | die Helfer ?? |
Interessant ist auch die Berichterstattung über die Lage in Haiti. Freies Bildmaterial ist fast nicht zu finden, (Stichwort bei Google Erdbeben Haiti). Es scheint als würden manche Medien ein Berichtsmonopol zu besitzen. Google ermöglichte diesmal sogar über google Earth die Besichtigung der Schäden, das Bildmaterial wurde extra aktualisiert und ausgewählt. Die Boulevardpresse bietet rührende Storys über Kleinkinder die gerettet wurden oder Familien die sich im Caos wiederfanden. Fakten werden nicht berichtet. Besonders die Zusammensetzung der US Truppen (Truppenteile, Med.Personal, etc.) wird verschwiegen. Inzwischen mehren sich jedoch die Stimmen, die dem US Einsatz kritisch gegenüber stehen, zu offensichtlich erscheint, der Wahre Grund der raschen "Hilfe".
| Das heißt, dass jeder US-Soldat, der nicht absolut notwendig ist, um medizinische und logistische Hilfe zu leisten, Haiti sofort verlassen sollte. Mir ist die Notwendigkeit von Zehntausenden Soldaten nicht ersichtlich, die selbst Wasser trinken, das sie den verdurstenden Erdbebenopfern geben könnten. Das Militär sollte, wo das möglich ist, durch Notfallpersonal ersetzt werden. |
| Zitat Brian Concannon. Er beobachtet für die US-NGO "Institute for Justice & Democracy in Haiti" |
Die UN startete ein Programm Namens "Cash for Work". Ziel des Projektes ist es, Haitianer anzustellen und gegen Bezahlung die Aufräumarbeiten durchführen zu lassen. Das würde noch immer billiger kommen als eigene Kräfte in das Gebiet zu senden, schafft Arbeitsplätze die in Haiti Mangelware sind, und hilft den Haitianern ihr Selbstverständis zu bewahren. Auf diese Art sollen laut UN bis zu 220.000 Menschen Arbeit finden. Die Helfer sollen vor allem Trümmer wegräumen, Straßen ausbessern und die Infrastruktur reparieren. Dafür würden sie fünf Dollar (etwa 3,50 Euro) am Tag bekommen.
| "Die Haitianer sollten die Hauptakteure beim Aufbau sein", sagte Eric Overvest, UNDP-Chef in Haiti. "Wenn wir für Beschäftigung sorgen, normalisiert das das Leben der Menschen mehr als ein Leben von Hilfsgütern. Es ist wichtig, ein Einkommen zu haben und Nahrung kaufen zu können." Das sorge für Selbstbewusstsein und Würde." |
Die US Aussenministerin Hillary Clinton betonte am bei einem Blitzbesuch auf dem Flughafen, die USA seien auf Einladung der haitianischen Regierung hier: «Wir sind heute hier, wir werden morgen hier sein und in der Zeit, die vor uns liegt.» Das kann auch als Drohung verstanden werden.