Fedora 15 steht zum Download bereit. Damit bekommt man die Erste Distribution, die auf Gnome 3 als Standard Desktop setzt. KDE wird natürlich auch geboten. Wer sich nun einen Überblick über den neuenGnome Desktop machen will, der ist mit Fedora 15 gut beraten, da hier der Gnome Desktop nahezu ohne Veränderungen aus dem Gnome Projekt übernommen wurde.
Wie üblich setzt Fedora auch diesmal wieder, auf Brandaktuelle Software Versionen. So wurde es nun mit dem neuen Bootsystem Sytemd endlich ernst, was die Bootzeiten deutlich verkürzen soll. (Nein, der Pc ist nicht bereits vor dem Einschalten Betriebsbereit).
Trotz zahlreicher Neuerungen, bleibt die brennendste Frage, was bietet Gnome 3. Nun, zuerst bietet er eine Menge (Um)lernarbeit. Dabei stellt sich sicherlich die Frage, ob recht ermutigend ist, wenn man die geringe Verbreitung von Linux Desktops in Betracht sieht, den Leuten die sich an Gnome 2 gewohnt haben, nun eine neue Version auf den Computer zu knallen, bei der alles aber so komplett anders ist, dass der Umstieg von Windows 3 auf Windows 7 schon fast als unmerklich bezeichnet werden kann.
Alles wird neu, anders, willkommen in der Welt der Anfänger
Wer Gnome 3 startet, wer dann das erste mal ein Programm mit Gnome ausführt, der wird zuerst wohl mal verwundert die Möglichkeit suchen, Fenster zu vergrössern oder zu verkleinern, in den Hintergrund zu legen und ähnliches. Viel Spass bei Gnome in der Zukunftsversion. Hier wurde wohl vor allem die Fakebook Generation ins Auge gefasst, die hatte schon bisher wenig mit so was im Sinn. Frei nach dem Motto, was nicht da ist, kann den Anwender nicht verwirren, bietet Gnome nun fast schon so wenig wie ein Windows Desktop. Zumindest auf den Ersten Blick scheint es so. Erst wer bereit ist sich mit einer anderen Bedienungsart für den Desktop vertraut zu machen wird die möglichen Vorzüge von Gnome 3 erkennen.
Optisch jedenfalls wirkt das neue Standard gnome Design recht gelungen, störend im Gesamtbild sind lediglich die noch zahlreich zum Einsatz kommenden Programme aus der Gnome 2 Generation, die sich nicht in das Erscheinungsbild einpassen wollen.
Die Eckdaten der Distribution geraten da fast in den Hintergrund. Die Basis des Systems bildet Kernel 2.6.38.6, die gcc wurde in Version 4.6 zum Kompilieren der Binär-Pakete verwendet, Python 3.2 und RPM 4.9 stellen weitere Eckdaten dar. Als alternative Desktops bieten sich unter anderem KDE 4.6.2 und Xfce 4.8 an.
Fedora war und ist nach wie vor eben keine Distribution für Einsteiger. Das zeigt sich auch in der noch immer sehr zähe arbeitenden Software Verwaltung die Ungeduldige schnell einmal zum Griff auf den Reset Knopf ermutigen könnte.
Nachteilig ist auch, dass die wenigsten zusätzlichen aber für Homeanwender unersetzlichen Repos noch nicht auf Fedora 15 umgstellt haben, bzw. mit Fedora 8 enden. Wer Multimedia Untestützung braucht, einen der häufig anzutreffenden Realtek Wlan Chipsätze im Geräte hat oder ähnliches, der muss selber Hand anlegen.
Nachtrag: eine Liste der Fedora Repos findet man hier ->