Der Fluch der Reichtümer:
Krieg um Rohstoffe des Kongo Der Reichtum des Kongo ist sein Fluch. Diamanten, Kupfer, Kobalt, Gold, seltene Erden, Edelhölzer - Die Demokratische Republik Kongo, in der einer der erbittertsten Konflikte der Welt tobt, ist ein reiches Land.
Es gibt Öl und Diamanten vor allem aber das Mineral Coltan, das für die Herstellung von Handys benötigt wird. Doch wie in anderen Ländern Afrikas auch, fördert dieser Reichtum die Gewalt.
Die riesige Mengen leicht abbaubarer, gut absetzbarer Rohstoffe haben schon vor hundert Jahren die Begehrlichkeiten der damaligen belgischen Kolonialherren geweckt. Fast 40 Jahre lang konnte der Diktator Mobutu Sese Seko die Verteilung der Schätze unter seinen Anhängern und internationalen Konzernen kontrollieren. Seit seinem Sturz 1997 hat sich eine Vielzahl von Interessenten auf den Kongo gestürzt. Der Bürgerkrieg ist ein Verteilungskrieg, bei dem es längst nicht mehr um Ideologie, um politische Ziele geht.
Was hat mein Handy mit dem Krieg im Kongo zu tun?:
Colombo-Tantalit - abgekürzt "Coltan" - heißt das in der High Tech-Industrie heiß begehrte Erz, wie es im Kivu vorkommt und hier zum Teil mit primitiven Methoden im Tagebau und in einigen Bergwerken gefördert wird. 80 Prozent dieses in den USA als "strategischer Rohstoff" bezeichneten seltenen Metalls soll im Kivu im Boden liegen. Und genau dieses Material ist auch für die Handy Industrie extrem wichtig. ohne Coltan würden unsere Mobiltelefone verstummen und unsere Laptops nutzlos werden. Aus diesem Erz wird nämlich das begehrte Metall Tantal gewonnen. Mit Tantal werden besonders leistungsstarke Chips für Computer und Handys hergestellt. Mehr als die Hälfte des industriell genutzten Coltans kommt derzeit aus Australien, doch 80 Prozent der Weltvorräte werden in Afrika vermutet und das fast ausschliesslich auf dem Boden der Demokratischen Republik Kongo Billiges Coltan bedeutet billige Handys.
Wer die Minen beherrscht, beherrscht das Land. Blutige Gefechte, finanziert aus dubiosen Quellen sind die Folgen.