In den USA herscht Wahlkampf. Die Medien in Europa berichten fast täglich darüber, wie und warum sich die Chancen der einzelnen Anwärter auf das Amt des US Präsidenten ändern und was sie ihren Wählern vermitteln. Von keinem jedoch hörte man bisher in den Medien auch nur ein Wort über ein trauriges Kapitel der US Politik. Über die Konzentrationslager in Guantánamo.
In Guantanamo werden nach wie vor Willkürlich und wider besseren Wissens vom Pentagon viele Menschen auf unbestimmte Zeit jenseits allen Rechts festgehalten. In Guantanamo werden über 600 Gefangene aus über 40 Ländern festgehalten, die sich dort teilweise bereits über mehrere Jahre dort befinden. Angeblich würden, so das Pentagon, in das Lager nach Kuba nur die gefährlichsten der gefährlichen al-Qaida- oder Taliban-Kämpfer gerbacht, um verhört zu werden. Die Gefangenen haben keine Rechte, beispielsweise auf einen Rechtsbeistand oder auf einen Prozess, sie werden völlig willkürlich festgehalten und nach Belieben, wenn überhaupt, wieder freigelassen.
Selbstmorde und Selbstverstümmelungen werden zwar von den Behörden vertuscht, kommen jedoch gelegentlich ans Tageslicht.
Ein Bericht des Internationalen Roten Kreuzes wirft dem Pentagon Folter vor, eine US-Menschenrechtsgruppe stellte Strafanzeige gegen Verteidigungsminister Rumsfeld wegen Folter - erreicht wurde natürlich nichts.
Zitat:
| Verschleppung, Folter, unzählige Verstöße gegen die Rechtstaatlichkeit - die Berichte ehemaliger Häftlinge und Zeugen über die Zustände im US-Militärgefängnis Guantanamo lösen weltweit Empörung und Entsetzen aus. Angesichts dieser Aussagen urteilt der amerikanische Völkerrechtler und US-Ankläger bei den Nürnberger Prozessen, Professor Benjamin Ferencz, im Interview mit Frontal21: "Guantanamo wird mit Folter durch die Amerikaner genauso verbunden sein, wie Auschwitz mit Deutschland." |
Weiter Infos:
www.freitag.de
Spiegelbeitrag , Bericht des ZDF