Einer der meist gesuchten Waffenhändler ging der thailändischen Polizei in Bangkok ins Netz. Viktor Bout, der auch als Vorlage für einen Hollywoodfilm diente wurde verhaftet, da gegen ihn in zahlreichen Staaten Haftbefehle vorliegen. Mit dem Waffenhändler wurde jedoch auch ein Erfüllungsgehilfe -für das Umgehen von UN Embargos- für zahlreiche Regierungen aus dem Verkehr gezogen. Der Waffenhändler werde voraussichtlich in die USA ausgeliefert, sagte ein Polizeisprecher.
Viktor Bout, der am 13. Januar 1967 in Tadschikistan geborene Russe soll in den vergangenen zehn Jahren mit seinen Flugzeugen fast jedes Konfliktgebiet dieser Welt mit Waffen beliefert haben. Er soll fast jeden ausgestattet haben, der zahlen konnte. Zu seinen Kunden zählten hauptsächlich afrikanische Diktatoren, Rebellen, aber auch die südamerikanische Drogenmafia. Seine Flugzeuge belieferten die Rebellen von der angolanischen Unita und die Streitkräfte des liberianischen Potentaten Charles Taylor. Er machte im Sudan, in Ruanda und in Uganda blutige Geschäfte. Bei den Vereinten Nationen stand er bald auf einer schwarzen Liste. In einem acht Jahre alten UN-Dokument S/2000/1195 heißt es: "Victor Bout ist ein einschlägig bekannter Lieferant von Embargowaren an nichtstaatliche Empfänger in Angola, der Demokratischen Republik Kongo und in sonstigen Ländern".
Bild:eine Szene des Filmes "Lord Of War". Die im Film verwendete Antanov AN 12 Cargo Maschine ist interessanterweise die 9L-LEC von Skylink - eben jene Maschine die zu Viktor Bouts Staffel gehörte und auch im Irak operierte. Dies sind die lustigen Zufälle im Leben...
Der US Geheimdienst und das FBI waren ihm auf den Fersen, weil er angeblich die Terrorholding al-Qaida und auch die Taliban mit Waffen beliefert hatte. Das angebliche Geschäft mit Osama bin-Laden hat Bout stets dementiert. Das mit den Taliban sei ganz anders gewesen, erzählte er vor fünf Jahren einem Reporter.
Dies hinderte die USA jedoch nicht daran, ebenfalls beim Einmarsch in Afghanistan auf Bouts Luftflotte zurück zu greifen. Seine Piloten kannten die Landungspisten und brachten die ersten US Soldaten in das Land. Womit Bout für diese Dienste an die US Regierung-Öl-Industrie bezahlt wurde ist unklar. Und nicht nur in Afghanistan wurde Bout gebraucht, auch im Irak. Seine Flotte von 50 Flugzeugen operierten unter Liniennamen wie Irbis Air, Air Bas oder Air Moldavia. Bis zum Ende 2004 soll er mit seiner Armada etwa 1000 Flüge abgewickelt haben. Gegen Bares aus dem US Staatssäckel versteht sich.
Es wäre durchaus möglich und denkbar, dass Bout an die USA ausgeliefert wird und nun den Sold für seine Dienste verlangt.
Die Journalisten Douglas Farah und Stephen Braun haben zusammen ein Buch über Viktor Bout geschrieben, Titel: Merchant of Death: Money. Guns, Planes and the Man who Makes War Possible. In diesem Buch wird ebenfalls berichtet, dass Bout für die Taliban bis 2001 Waffen nach Afghanistan flog und anschließend für die Amerikaner die Transporte übernahm.