Ein vergessener Konflikt bekommt nun auch durch die bevorstehenden Olympischen Spiele doch noch Aufmerksamkeit. Die Streitigkeiten zwischen Tibet und China sind schon hunderte Jahre alt, doch erst durch den Dalai Lama geriet dieser Streit auch in Eurpa an die Öffentlichkeit.
Tibet und China- China und Tibet, die Streitigkeiten reichen bis in das 7. Jahrhundert zurück. Damals besetzten Tibetaner Teile von China.In dieser Zeit breitete sich damit der aus Tibet kommende Buddhismus in China aus. 600 Jahre später begann Chinas Einfluss auf Tibet kulturell und politisch größer zu werden. Ende des 19. Jahrhunderts gelang es Tibet unter der geistlichen und politischen Führung des ersten Dalai Lamas, sich von China zu lösen. Jedoch kein Konflikt, ohne "Hilfe" der Europäer.Britischen Soldaten sicherten die noch junge Unabhängigkeit. Nachdem 1950 in China die Kommunistische Partei die Macht erlangten, führte China eine Militäroffensive gegen Tibet durch. Es kam zu Verhandlungen mit dem Dalai Lama und Tibet zog den Kürzeren. Aussenpolitisch gab Tibet als Resultat jegliche Autonomie ab. Im Gegenzug sollte den EinwohnerInnen Tibets Religionsfreiheit gewährt bleiben und Mehrausgaben im Bildungs- und Gesundheitssektor bewilligt werden. China schickte über 50.000 Soldaten in die Region und fungierte als Besatzungsmacht.
Die EinwohnerInnen Tibets wurden alles andere als gut behandelt. Sie wurden teilweise zur Zwangsarbeit gezwungen, die mitunter im Tod ihr grausames Ende fand. Daraufhin gab es immer mehr Aufstände gegen die Besatzungsmacht. Die Aufstände entwickelten sich zu einem Guerillakrieg, in dem die chineseische Armee auch den Sitz des Dalai Lamas angriff. Der Dalai Lama wurde so gezwungen, nach Indien ins Exil zu flüchten. In Tibet gingen die blutigen Auseinadersetzungen weiter.
Mit China und Tibet treffen zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite die ChinesInnen, mit ihrer Art des Wirtschafts-Kommunismus expandieren zu wollen, lebt die Bevölkerung Tibets mit dem Budhismus, eine aus kommunistischer Sicht falsche Lebenseinstellung. Aber es ist klar, in diesem Konflikt geht es neben dem kulturellen Anliegen auch um die Rohstoffe, die die Bergregion hat. Chinas Interesse an den Rohstoffen (Gas, Gold, Erz, Zink, Graphit und Kohle, aber auch die Quellen grosser Flüsse), dürfte schon allein einen Rückzug chinesischer Truppen unwahrscheinlich machen.
Seit den 60er Jahren befindet sich nun der Dalai Lama im indischen Exil. Die Unruhen in Tibet wachsen und es kommt zu immer mehr Gewalt. Der Dalai Lama lies sogar veröffentlichen, er würde als Staatsoberhaupt zurück treten, wenn die Tibetaner nicht der Gewalt abschwören.
Anders bei den Chinesen, die sich durchaus nicht zur Gewaltlosigkeit verpflichtet fühlen. Ausländische Organisaltionen und Reporter wurden mit steigerung des Konfliktes von den chinesischen Behöreden aus dem Land verwiesen. Binnen drei Tagen kamen bei den heftigen Protesten gegen die chinesische Fremdherrschaft nach Angaben von Exiltibeter etwa 90 Menschen ums Leben. Am Wochenende brachen auch in anderen Orten und in den Nachbarprovinzen Sichuan und Gansu Unruhen aus. Chinesische Sicherheitskräfte erschossen in Aba (Ngaba) in Sichuan nach exiltibetischen Angaben mindestens sieben Demonstranten, darunter auch Mönche.
Auch in der tibetischen Hauptstadt Lhasa kam es zu neuen Zusammenstößen zwischen Tibetern und Sicherheitskräften. Laut Augenzeugenberichten fuhren Panzerfahrzeuge auf. In den Straßen patrouillierten Soldaten. Offensichtlich rückte die Polizei auch zu Razzien aus. Augenzeugen berichteten, dass auf der Straße alle Tibeter kontrolliert und durchsucht würden. Chinesen blieben unbehelligt