Manchmal arbeitet die Justiz schnell, in der Türkei sogar sehr schnell. Ganze 15 Minuten brauchte ein Gericht und die prominente türkische Menschenrechtlerin Eren Keskin ist wegen eines Interviews mit einer deutschen Zeitung in Istanbul zu mehr als sechs Monaten Haft verurteilt.
Die Menschenrechtlerin und Trägerin des Aachener Friedenspreises gerät wegen kritischer Äußerungen immer wieder in Konflikt mit der Justiz und erhält auch Morddrohungen.
Nach nur 15 Minuten Verhandlung sprach das Amtsgericht im Stadtteil Kartal die Juristin und Bürgerrechtlerin am 27. März 2008 schuldig, wie Prozessteilnehmer berichteten. Keskin hatte im Juni 2006 im Gespräch mit dem Berliner "Tagesspiegel" die politische Macht der türkischen Armee kritisiert. Verurteilt wurde sie nach Paragraf 301 des Strafgesetzbuches, der die "Beleidigung des Türkentums" sowie die "Herabwürdigung staatlicher Institutionen" der Türkei verbietet.
Mit der türkischen Armee darf man sich nicht anlegen. Keskin verteidigte ihre Aussagen gegenüber der deutschen Zeitung und warf der türkischen Justiz vor, unter dem Einfluss der Streitkräfte zu stehen. Sie will Einspruch gegen das Urteil einlegen.
Die Anklage stüzte sich auf eine Aussage Keskins, in der sie gesagt hatte :" die Politik in der Türkei werde von der Armee bestimmt."
Damit beleidigte sie nach Auffassung des Gerichts die Streitkräfte. Der Prozess war nach einer Anzeige des Generalstabs in Ankara angestrengt worden.
Weitere Infos: Wikipedia und http://www.erenkeskin.org/