Paraguay wählt einen neuen Präsidenten und nun hofft die Bevölkerung auf die Wende zum Guten. Das von Korruption und Misswirtschaft geprängte Südamerikansiche Land vollzieht nun nach 61 Jahren erstmals einen demokratischen Machtwechsel.
Die Herrschaft der alten Machthaber, der Colorado-Partei ist damit zu Ende. Der neu gewählte Präsident ist der frühere paraguayische Bischof Fernando Lugo. Lugo trat an der Spitze des Mitte-Links-Bündnisses Patriotische Allianz für den Wandel (APC) an. Mit seinem Sieg brach Lugo das jahrzehntelange Machtmonopol der Colorado-Partei - darunter 35 Jahre lang mit dem deutschstämmigen Diktator Alfredo Stroessner an der Spitze. In einer ersten Reaktion sprach Lugo von einem "geschichtsträchtigen Datum": Paraguay werde künftig nicht mehr für seine "Korruption und Armut" bekannt sein, sondern für seine "Ehrlichkeit".
Die Wähler erwarten nun natürlich auch Taten und keine Worte. In seinem Wahlprogramm sagte Lugo Armut und Korruption den Kampf an und versprach, für mehr soziale Gerechtigkeit und eine unabhängige Justiz zu sorgen. Er werde auf eine "wirkliche Integration der Region und des gesamten Kontinents hinarbeiten", kündigte Lugo an.
Mit dem Sieg des Bischofs der Armen (so nanneten ihn einige Medien), setzt sich der Trend zu Mitte-Links-Regierungen in Südamerika fort wie zuvor schon in Venezuela, Bolivien, Ecuador, Brasilien, Argentinien, Chile und Uruguay. Allerdings distanzierte sich Lugo vom venezolanischen Präsidenten`. Hugo Chávez sei ein Mann des Militärs und ich habe einen religiösen Hintergrund. Lugo vertrat als Bischof von 1994 an die linksgerichtete Theologie der Befreiung und geriet damit in Konflikt mit dem Vatikan. Im Dezember 2006 legte er sein geistliches Amt nieder, weil er sonst nach der Verfassung des Landes nicht für ein politisches Amt hätte kandidieren können
Obwohl Paraguay ein großer Erzeuger von Soja und Rindfleisch ist, deren Weltmarktpreise in den vergangenen Jahren explodiert sind, lebt die Mehrheit der Menschen in Armut. Unter Amtsinhaber Duarte Frutos kam der Geldsegen aus den Agrarexporten nur einer kleinen Minderheit zu Gute. Während Nachbarländer wie Argentinien und Uruguay sich wirtschaftlich erholen konnten, kehrten deshalb immer mehr Paraguayer der wirtschaftlichen Not in ihrer Heimat den Rücken und wanderten vor allem nach Spanien aus.
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