Mode macht Spass, nur nicht immer für den, der sie nähen muss. Der Diskounter Kik und seine Mitbewerber bieten noch dazu billige Mode. Aber die macht den Kindern die sie tragen womöglich Spass, wohl kaum jedoch den Kindern, die diese Jeans und Shirts genäht haben.
Das Weihnachtsgeschäft bahnt sich an, alle blicken schon gespannt auf die erwarteten Umsatzzahlen. Was kümmert es den Kosumenten, wenn in Asien Kinder anstatt zur Schule zu gehen, im Auftrag europäischer oder asiatischer Konzerne unter oft erbärmlichen Umständen als billige Arbeitskräfte eingesetzt werden.
Wer so etwas zur Sprache bringt, der bekommt auch Argumente wie "da sind sie wenigstens nicht auf der Strasse", oder "ja die tragn wenigstens um erhalt der Familie bei", um die Ohren geknallt.
Eigentlich wissen wir es inzwischen ja fast alle: Textilien werden heute kaum mehr in Deutschland, schon gar nicht in Österreich gefertigt, sondern kommen aus China, Indien, Bangladesch, Malaysia, Indonesien, Kambodscha und Vietnam und einigen wenigen anderen Ländern, der Türkei, Marokko und Mexiko. Für arme Länder wie Bangladesch ist die in den letzten 15 Jahren entstandene Textilindustrie gar noch der einzige Industriezweig. Und als billige Arbeitskräfte stehen Scharen von Kindern, Jungen und Mädchen, bereit.
Wer keine Kinder einsetzt, weil keine zu bekommen sind, der behilft sich auch mit Erwachsenen. Bei täglicher Arbeit an sieben Werktagen von 10 Stunden kommt eine Näherin auf einen Monatslohn von 29 Euro. Nur mit Überstunden und Sonderschichten kann sie bis zu 50 Euro im Monat erreichen. Und diese Sätze gelten als hoch, da eben Kinder noch billiger sind.
Jeans für ab 5,99 €, T-Shirts ab 1,99 €, Winterjacken mit 12 Reißverschlüssen, dickem Futter, Kapuze für 24,99 € - wahnsinn-toll, da macht Einkaufen ja wieder richtig Spass und so manche Mutter kleidet ihre Kinder in Jeans, Jacken, Shirts, die gleichaltrige genäht haben.