Vor rund eineinhalb Jahren brannte in Kärnten ein Asylantenheim ab, es gab einen Toten und mehrer Verletzte. Die Öffentlichkeit registrierte den Vorfall so gut wie gar nicht, Österreich war gerade im Fussballfieber der EM2008.
Als Brandursache wurde von den zuständigen Polizeibehörden eine "von unbekannten achtlos eggeworfene Zigarette" bestimmt. Doch ganz so einfach dürfte die Sache nun doch nicht gewesen sein.
Mehrere Umstände lassen diesen Brand in einem Merkwürdigen Licht erscheinen.
Da wäre einmal der verantwortliche Baumeister und Asylheimbetreiber, der nachdem er von einem Angestellten von dem Brand verständigt wurde, lieber zuhause bei seinem Hund blieb. Zitat aus dem Protokoll:Ich selbst habe keine unmittelbare Veranlassung gesehen, mich sofort an den Brandort zu begeben, da die Einsatzkräfte verständigt waren.
| 1 Toter und zahlreiche Verletze nach dem Brand |
Das Heim brannte und manche Menschen zogen sich die Verletzungen zu, als sie aus den Fenstern sprangen. Dazu meinte der Heimbetreiber nur, er, der vom Land Kärnten mit der Betreuung von Flüchtlingen beauftragt wurde, sei ja schuldlos an diesem Drama. Nur eines habe er sich vielleicht vorzuwerfen. Er hätte auch die Fenster in den oberen Stockwerken vergittern sollen, sodass niemand hätte springen können
Sein Anwalt behauptete später gegenüber einem ORF- Thema-Reporter: Das Fluchtverhalten der Afrikaner ist nicht mit jenem von zivilisierten Westeuropäern zu vergleichen, denn die Asylwerber kennen keine Feuerwehr.
Soviel zum Bedauern, dass den Brandopfern entgegen gebracht wurde.
Die Polizei nahm sofort nach dem löschen die Arbeit auf. Diese bestand vor allem in den Versicherungen, es gebe keinen Hinweis auf einen Brandanschlag, das ganze müsse ein Unfall gewesen sein.
Und der ehemalige Landeshauptmann Jörg Haider erklärte gleich die Opfer zu Tätern. Eine Fehde von Drogendealern habe wohl zu dem Feuer geführt, behauptete er. Beweise dafür gibt es nicht.
Monatelang wurde nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch die Justiz desinformiert. Brandgutachten, die erste Hinweise auf ein Attentat enthalten, wurden in Aktenvermerken an die Justiz an entscheidenden Stellen falsch zusammengefasst. Selbst als ein Gutachter eindeutig von mutwilliger Inbrandsetzung sprach, schwächte die Polizei ab. Der Verfassungsschutz, jene Einheit, die bei Verdacht auf politisch motivierte Verbrechen ermitteln muss, wurde desinformiert.
Nun wurde durch einen Artikel der Zeitschrift "der Falter" der Fall wieder aktuell.
| Dem Falter liegen vertrauliche Ermittlungsakten und Gutachten in dem Fall vor. Sie zeichnen ein hässliches Bild von der Arbeit der Kärntner Polizei. Die Dokumente legen den Verdacht nahe, dass nicht nur Haider, sondern auch die örtliche Exekutive von Anfang an versuchte, den Asylanten, wie die Opfer in dem Akt ständig genannt werden, die Schuld an dem Drama in die Schuhe zu schieben. |
Das Innenministerium hat nun den Auftrag gegeben, die Ermittlungen noch einmal zu überprüfen. Auf das Erebnis darf gespannt gewartet werden. Sollte sich nun doch ein Brandanschlag, wie von einigen Sachverständigen vermutet, als Brandursache heraus stellen, so kann man natürlich auch weiterhin die These Jörg Haiders mit der Drogenbande aufrecht halten. Und es dürfte dann mit Unterstützung der "öffentlichen Meinung" nicht weiter schwer fallen, zwischen Asylanten und Drogendealern einen Zusammenhang darzustellen. Den eines ist klar, es kann nicht sein, was nicht sein darf. Niemals würden eine Horde heimatreuer Kärtner im Suff ein lästiges Asylantenheim abfackeln.