Die einen sind entsetzt, die anderen verstehen die Aufregung nicht. Mozilla / Firefox plant ein geheimes Daten-Sammel-Projekt. Angeblich soll das gar nicht so geheim sein, wie die Firefox Entwickler versichern, ausserdem sei das Projekt noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium.
In jedem Fall sollen Nutzer darüber entscheiden können, welche Daten übermittelt werden. Auf diesem Weg erhobene Daten können dann Forschern, Unternehmen und Konzernen zur Verfügung gestellt werden, um Schlüsse daraus zu ziehen und diese mit anderen zu teilenm versichern Firefox Entwickler.
Manche sehen sich jetzt in ihren frühen Zweifel gegenüber dem Firefox Projekt bestätigt, und erinnern auch an die Streitigkeiten mit dem Debian Projekt (Markenrechte, etc), die zur Umbenennung des Browser bei Debian führten.
Das bedeute aber nicht, dass es sich um ein geheimes Projekt handle, sondern vielmehr um eine Idee in einem sehr frühen Stadium, die aus diesem Grund noch keinen Namen habe. "Heute sammle Mozilla vergleichsweise wenige Daten" berichtet Michael Arrington bei TechCrunchLediglich die Anfragen an den Application Update Service (AUS) werden genutzt, um die Verbreitung der Mozilla-Applikationen nachzuvollziehen. Firefox und Thunderbird senden regelmäßige Anfragen an den Dienst, um über neue Versionen zu informieren. Darüber hinaus gebe es nur zwei kleine Projekte, die Daten erheben. Das eine hat den Namen Spectator und ist ein Add-On, das den Firefox-Entwicklern helfen soll, das User-Interface des Browsers zu verbessern. Das andere hat den Namen Test Pilot und soll eine repräsentative Gruppe von Firefox-Nutzern zusammenbringen, die den Entwicklern Feedback liefern sollen.
Mozilla-Chef 'John Lilly' bezeichnet das ganze als übertriebene Aufregung.Es sei zwar richtig, dass es Überlegungen gäbe, den Mozilla-Browser 'Firefox' zum Sammeln von Daten einzusetzen, doch seien diese Überlegungen weder geheim, noch wäre das Projekt konkretisiert.
Der Moloch Firefox der einst das Vorzeigeprojekt der Opensource Gemeinde war, kommt nun in schlechten Ruf. Werfen dem Browser bereits einige Anwender vor, er sei zu aufgebläht, fehleranfällig, etc., so werden nun vergleiche mit Microsofts Windows und dem berühmten "Nach Hause telefonieren" laut. Betroffen ist davon auch der Mail Client Thunderbird. Die vereits längere Zeit im Beta Stadium befindliche Version 3 des Browsers Firefox wurde auch in mehrere neue Linux Distributionen eingepflegt, was eigentlich ungewöhnlich für eine Beta Version ist. Auch dies brachte dem Projekt ebenso wie den Linux Distributionen berechtigte Kritik ein. Eine Beta Version sollte nicht in einer stabilen Distribution verwendet werden, sondern eben zum Testen.
Was bleibt, ist immer noch die Möglichkeit, auf andere Browser auszuweichen.